Holz-Projekt der Ford-Azubis 2010

Mai 2010: Ford-Azubis bauen Sitzlok für Kindergarten-Kinder

 

Die Kinder waren außer Rand und Band. Kaum auf dem Spielplatz angekommen wollte jeder der erste sein, der auf die neue Sitzlok klettern durfte. Kein Wunder: Lokomotivführer steht als Berufswunsch bei den Kids bekanntlich schon immer hoch im Kurs. Dabei war dort, wo sich am vergangenen Freitag die Kinder des Kinderhauses in Efferen auf ihrem nagelneuen Spielgerät tummelten, bis zum Montag zuvor außer einer leeren Spielfläche nichts zu sehen.

Geändert haben das acht Azubis der Kölner Ford Werke. Die hatten im Rahmen eines "Arbeitspädagogischen Seminars"genau fünf Tage Zeit, um den "Kundenauftrag" einer Spiellok in die Tat umzusetzen. Problem Nummer eins: Bis auf eine grobe Planskizze mussten die Azubis bei Null anfangen. Also: Kein Bausatz, keine Bauanleitung, keine festen Vorgaben. Problem Nummer zwei: Keiner der jungen Leute hatte bis dahin etwas mit dem Werkstoff Holz zu tun. Sie stammen alle aus völlig anderen Berufsfeldern. "Am Montag haben wir uns erst einmal Gedanken über die Umsetzung gemacht", berichtet Martin Wollny. Der 20-Jährige wurde von seinen Kollegen zum Projektleiter bestimmt. Daneben wurde ein Umweltschutzbeauftragter, eine Fachfrau für die Qualitätssicherung und jemand, der für die Sicherheit auf der Baustelle zuständig war, eingeteilt. Am Dienstag sollte es dann so richtig losgehen. Und wieder ein Problem. "Da fehlte noch einiges an Material", berichtet Wollny. Also mussten einige der Azubis, anstatt auf der Baustelle reinzuklotzen, zum Baumarkt fahren um Nachschub zu organisieren. "Wir sind aber voll im Zeitplan", war der Projektleiter noch am Dienstagmittag überzeugt. Das sah Ausbildungsleiter Franz Dohmen offenbar anders. Der blieb zwar wie geplant stets im Hintergrund, aber am Mittwoch zog er dann doch die Reißleine. "Da war erst einmal ein Krisengespräch angesagt", so Dohmen. "Aber danach fluppte es!" Und am Ende stellte er seinen Azubis sogar ein gutes Zeugnis aus. "Ich bin mit der Leistung der jungen Leute sehr zufrieden", urteilte der Ausbildungsleiter. "Anfangsschwierigkeiten gibt es eigentlich immer!" 

Sehr zufrieden sind übrigens auch die Kinder, die Erzieher und die Eltern des Efferener Kinderhauses. Jörn Strohmenger vom Vorstand war während der Projektwoche immer wieder vor Ort und packte hin und wieder sogar selbst mit an. Und auch die Kinder schauten regelmäßig auf der Baustelle vorbei "um zu kontrollieren, ob die hier auch alles richtig machen", wie Brigitte Bücher, Leiterin des Kinderhauses schmunzelnd berichtet. Ansonsten, so Bücher, sei das für alle eine ganz tolle Woche gewesen. Die Azubis haben mit den Kindern im Alter zwischen vier Monaten und sechs Jahren gemeinsam gegessen und am Ende war man sich so nah gekommen, dass einige Kinder beschlossen hatten, später "auch mal Azubi" zu werden.

 

Na, denn: Ziel erreicht. 

(Artikel so erschienen im "WOCHENENDE Hürth" vom 26.5.2010)

 

Wir freuen uns über das positive und vielfältige Presseecho zu unserem Holzprojekt. Auch der "EXPRESS" war mit einem Fotografen vor Ort und hat in einem Artikel vom 21.05.2010 unter dem Titel "Die fidelen Ford-Azubis" darüber berichtet.

 

Und vielen Dank an alle, die das Projekt und seine Durchführung möglich gemacht haben!